Geschichte der Bestattung Wien

 1867  Der Trauerwaren-Händler Josef Grüll erhält am 16. Juni als Repräsentant der „Entreprise des pompes funebres" die Bewilligung zur Gründung eines Bestattungswesens
 1885  Das bisher freie Leichenbestattungsgewerbe wird am 30. Dezember durch ministerielle Verordnung zum konzessionierten Gewerbe
 1891  11. März: Vereinigung der Leichenbestattungsunternehmen zu einer Genossenschaft
 1907  Die Stadt Wien erwirbt Ende März die beiden größten Wiener Bestattungsunternehmen „Erste Wiener Leichenbestattungs-Anstalt Entreprise des pompes funebres" und „Concordia". Aufnahme des Kommunalbetriebes „Stadt Wien - Städtische Leichenbestattung" am 1. Juli 1907
 1918  Aufgrund des Pferdemangels übernehmen die Straßenbahnen den Leichentransport. Grippeepidemie fordert in drei Wochen täglich 200 bis 250 Menschenleben, es herrscht großer Sargmangel
 1919  Beginn der Sargerzeugung in einer eigenen Sargfabrik
 1919 - 1923  Verdichtung der Anmeldestellen (von 14 auf 62) und Filialen (von 18 auf 25); Vergrößerung der Aufbahrungsräume auf den Friedhöfen
 1923 - 1928  35 Filialen und 71 Anmeldestellen; 28 Kraftfahrzeuge stehen für den Leichentransport zur Verfügung
 1929 - 1931  Alle Wiener Gemeindefriedhöfe verfügen über geräumige Aufbahrungshallen
 1934  Es sind nur mehr 13 private Bestattungsunternehmen in Wien tätig
 1940 - 1945 Die „Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bestatter", der alle 24 Wiener Unternehmer angehören, forciert die Rationalisierung des Bestattungswesens:· Vereinfachung des Bestattungsvorganges· Gemeinsame Verwendung von Träger und Fahrzeugen· Besondere Vorkehrungen bei Soforteinsätzen· Aufbahrungsverbot von Leichen in Wohnhäusern, wenn geeignete und saubere Aufbahrungsräume auf den Friedhöfen vorhanden sind.
 1942 Dritter Leichentransportwagen der Wiener Straßenbahn sowie 37 Kraftfahrzeuge ermöglichen den Transport von 15.000 Leichen auf den Wiener Zentralfriedhof
 1944 Schwere Kriegsschäden an den Gebäuden und Fahrzeugen der Städtischen Bestattung
 1945 Allgemeines Verbot der Hausaufbahrung, Aufbahrung und Beerdigung nur mehr auf den Friedhöfen erlaubt. Im Februar werden durch Bombenangriff die Sargfabrik im 10. Bezirk (Absberggasse) und alle Fahrzeuge, außer ein nicht fahrtauglicher Fourgon, zerstört
 1945 - 1947 Im Zweiten Weltkrieg werden viele Friedhofshallen und Aufbahrungshallen dem Erdboden gleich gemacht; durch Arbeitskräftemangel bleiben Tausende Leichen unbeerdigt
 1950 - 1951 Die Städtische Bestattung übernimmt alle privaten Bestattungsunternehmen
 1952 15. Dezember: Die Städtische Bestattung wird als viertes Unternehmen in die Wiener Stadtwerke aufgenommen
 1953 Ab 1. Juli Einführung eines einheitlichen und günstigeren Bestattungstarif für ganz Wien
 1954 Neue Bekleidung für die Sargträger
 1957 Inbetriebnahme eines Bahrwagens
 1958 Zeremonienleiter bei Trauerfeiern sorgen für verbessertes Kundenservice; Inkrafttreten des internationalen Abkommens über Leichenbeförderung (Berliner Abkommen) mit einheitlichen Versargungs- und Überführungsvorschriften
 1959 Friedhof Grinzing: Neue Aufbahrungsform durch die Errichtung eines Stirnwandaltars
 1961 Errichtung von Stirnwandaltären auf den Friedhöfen Sievering, Inszersdorf und Kagran
 1963 Entwicklung neuer Sargtypen
 1964 - 1966 Neue Aufbahrungsräume in den Friedhöfen Jedlesee, Rodaun, Atzgersdorf, Oberlaa, Schwechat, Neustift, Stammersdorf-Zentral und im Pfarrfriedhof Penzing. Errichtung der zweiten Feuerbestattungsanlage in Wien im Friedhof Stammersdorf Zentral
 1966 Kauf eines Fabriksgebäudes im 23. Bezirk (Breitenfurter Straße) zur Errichtung einer neuen Sargfabrik
 1967 Eröffnung eines Bestattungsmuseums am 14. Juni in der Zentrale Goldeggasse anlässlich des 60. Jahrestages der Unternehmensgründung. Errichtung neuer Aufbahrungshallen auf den Friedhöfen Hütteldorf, Baumgarten und Oberlaa
 1968 26. August: Inbetriebnahme der neuen Sargfabrik im 23. Bezirk (Breitenfurter Straße 176)
 1969 Wiederinbetriebnahme des Krematoriums in Wien Simmering im Mai. Die Feuerhalle wurde durch Architekt Clemens Holzmeister in einen repräsentativen Raum für Trauerfeiern verwandelt. Neue Aufbahrungshalle 2 am Friedhof Neustift
 1970 Ende März wird neue Aufbahrungshalle im Friedhof Liesing eröffnet
 1971 Ab 1. Jänner treten das neue Wiener Leichen- und Bestattungsgesetz sowie die neue Friedhofsordnung in Kraft. Neue Aufbahrungshalle 2 am Friedhof Ottakring
 1972 Ende Juli wird der Umbau der Aufbahrungshalle am Friedhof Döbling abgeschlossen. Inbetriebnahme der Aufbahrungshalle 1 am Friedhof Ottakring
 1973 Neue Aufbahrungshalle im Friedhof Mannswörth
 1974 Wiederinbetriebnahme der umgebauten Aufbahrungshallen auf den Friedhöfen Hütteldorf und Inzersdorf. Erfassung der Bestattungsaufträge erfolgt ab 1. Juni über Elektronische Datenverarbeitung (EDV)
 1976 Eröffnung der neuen Aufbahrungshalle auf dem Südwestfriedhof
 1979 Nach Umbau werden Aufbahrungshallen in Simmering und Hernals wieder eröffnet
 1980 Wiener Zentralfriedhof wird bis November 1983 wegen Umbauarbeiten gesperrt
 1982 Wiederinbetriebnahme der umgebauten Aufbahrungshalle im Friedhof Groß-Jedlersdorf
 1983 Eröffnung neuer Aufbahrungshallen: Gersthof (3. März), Pötzleinsdorf (1. August) und Wiener Zentralfriedhof (11. November)
 1984 Meidlinger Friedhof nimmt neue Aufbahrungshalle in Betrieb. Auf dem Wiener Zentralfriedhof steht ein vierspänniger Pferdewagen zur Verfügung, dieser ist gleichzeitig ein Exponat des Bestattungsmuseums
 1985 Neue Räume zur Leichenaufbahrung am Pfarrfriedhof Penzing und am Friedhof Ottakring
 1986 Neue Aufbahrungshallen im Friedhof Kaiser-Ebersdorf, Einbau neuer Einäscherungsöfen und Umgestaltung der Aufbahrungshallen im Krematorium Simmering
 1987 Erzeugung neuer Sargtypen, die für Einäscherung besser geeignet sind. Neu Aufbahrungshalle 1 im Friedhof Stammersdof-Zentral
 1988 Inbetriebnahme der neuen oder umgebauten Aufbahrungshallen der Friedhöfe in Hetzendorf, Schwechat und Stammersdof-Zentral
 1989 Die BESTATTUNG WIEN wird von der Familie Habsburg-Lothringen mit der Überführung der verstorbenen Kaiserin Zita von der Schweiz nach Klosterneuburg beauftragt. Mitwirkung an den Trauerfeierlichkeiten am 1. April 1989
 1990 Inbetriebnahme des Prototyps eines Elektrokonduktwagens auf dem Wiener Zentralfriedhof, im Oktober Eröffnung der Aufbahrungshalle auf dem evangelischen Friedhof Matzleinsdorf
 1991 Prototyp eine Elektrobahrwagens wird angeliefert; im Mai Überführung des verstorbenen Kardinals Josef Mindszenty von Mariazell nach Esztergom (Ungarn). Im November nehmen die Friedhöfe Jedlesee und Hietzing die neuen Aufbahrungshallen in Betrieb
 1992 Inbetriebnahme von drei Elektrokonduktwagen auf dem Wiener Zentralfriedhof im Jänner 1992, am Jahresende werden alle mit Flüssiggas betriebenen Konduktwagen durch Elektrofahrzeuge ersetzt. Im August wird die neue Filiale im Donauzentrum eröffnet
 1993 Wiedereröffnung der Aufbahrungshallen auf den Friedhöfen in Siebenhirten und Heiligenstadt
 1994 Am 18. März großes Jubiläum „75 Jahre Städtische Sargerzeugung" und „25 Jahre Sargerzeugungsbetrieb Breitenfurter Straße, Verleihung des österreichischen Staatswappens. Ende Oktober Eröffnung der umgebauten Aufbahrungshalle im Friedhof Erlaa
 1995 Umgebaute Aufbahrungshalle im Friedhof Baumgarten wird wieder eröffnet
 1996 Inbetriebnahme der neu adaptierten Räume in der Filiale 8 und der neuen Aufbahrungshalle im Friedhof Eßling. Im November wird Maria Antonia Theresia (Tochter von Leopold I.) im Zuge der Restaurierung des historischen Metallsarges umgebettet
 1997 Wiedereröffnung der Aufbahrungshalle im Friedhof Hirschstetten. Im Juli des Jahres große Festveranstaltung „90 Jahre Bestattung"
 1999 Neue EDV-Anlage für den Aufnahmedienst. Das Verkaufssortiment der BESTATTUNG WIEN wird durch zwei Urnenmodellen aus Augarten-Porzellan (handbemalte Unikate auf höchstem handwerklichem Niveau) bereichert
 2000 Ausgliederung der BESTATTUNG WIEN-WIENER STADTWERKE und Umgründung in die BESTATTUNG WIEN GmbH als Tochter der WIENER STADTWERKE Holding AG. Nach fünfjähriger Generalsanierung wird die Friedhofskirche am Zentralfriedhof (Karl-Borromäus-Kirche) feierlich wieder eröffnet. Ebenso wird die renovierte Aufbahrungshalle im Friedhof Strebersdorf feierlich ihrer Bestimmung übergeben.
 2001 Erste Teilnahme des Bestattungsmuseum an der "Langen Nacht der Museen". Die im Vorjahr neu entwickelten Sargmodelle in Modulbauweise gingen im Jahr 2001 voll in Produktion. Mit diesen Modellen wird einerseits dem Kundenwunsch nach entsprechender Ästhetik der Särge Rechnung getragen, andererseits eine noch höhere Produktqualität erreicht. Die neu errichtete Aufbahrungshalle im Friedhof Breitenlee wird wiedereröffnet. Als letzte Aufbahrungshalle wird die Aufbahrungshalle am Friedhof Kahlenbergerdorf an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Als Ergänzung zum Blumenschmuck der MA 43 bietet die Bestattung Wien nunmehr Seidenblumengestecke, deren Farbe und Form an die jeweilige Aufbahrungsraum angepasst wurden, an. Teilnahme an der Bestattungsfachmesse "DEVOTA".
 2002 Der TÜV Österreich verleiht am 18.7.2002 dem Kundenservice das Zertifikat für Qualitätsmanagement (QM), die ISO 9001
 2003 Ein neues Computersystem verbindet die 12 Kundenservicestellen. Dadurch können die Berater seit Anfang Juli den Hinterbliebenen noch mehr Zeit und Informationen bieten
 2004 Die Sargerzeugungsbetrieb wird unter dem Namen Sargerzeugung Atzgersdorf eine GmbH und 100-%-Tochter der Bestattung Wien
 2005 Erstmals werden Gratisseminare zur Trauerbewältigung angeboten
 2006 Bestattung-Wien-Direktor Dr. Christian Fertinger übernimmt die Geschäftsführung des Europäischen Bestatterverbandes (EFFS)
 2007 Am 1. Juli 2007 feiert die Bestattung Wien ihren 100. Geburtstag
 2008 Mit 1. Jänner 2008 wird die Magistratsabteilung 43 - Städtische Friedhöfe Teil der Wiener Stadtwerke, organisiert als Friedhöfe Wien GmbH und Krematorium Wien GmbH
 2009 Das Serviceangebot der Bestattung Wien wird laufend erweitert. Der Fingerprint ist ein einzigartiges Erinnerungsstück an einen lieben Verstorbenen
 2010 Der Wiener Stadtwerke-Unternehmensbereich Bestattung und Friedhöfe wird neu organisiert: Unter dem Dach der B&F Wien - Bestattung und Friedhöfe GmbH sind mehrere Tochterunternehmen, darunter die Bestattung Wien GmbH, angesiedelt. Die B&F Wien übernimmt strategische Aufgaben und ist Dienstleister für die Töchter, diese konzentrieren sich auf den operativen Bereich
 2011 "Atmen", Karl Markovics' Debüt als Regisseur, wird vielfach ausgezeichnet. Der Spielfilm handelt von einem straffälligen Jugendlichen, der über einen Job bei der Bestattung Wien ins rechte Leben zurückfindet. Gedreht wurde ebenfalls in der Bestattung Wien
 2012 Die Bestattung Wien GmbH ist mit 13. Februar 2012 nach Wien 11, Simmeringer Hauptstraße 339 übersiedelt. Der Neubau gegenüber Tor 2 des Zentralfriedhofs ist auch Standort der Friedhöfe Wien GmbH. Im Erdgeschoß der neuen Unternehmenszentrale ist ein großzügiges und barrierefreies Kundenservicezentrum eingerichtet, wo Bestattung wie auch Friedhöfe ihre Dienstleistungen anbieten
 2013 Spatenstich für das neue gemeinsame Betriebsgebäude des Betriebsdienstes der Bestattung Wien und der Sarglogistik Wien am 19. Februar 2013
September: Das alte Bestattungsmuseum in der Goldeggasse 19, 1040 Wien stellt seinen Betrieb ein
 2014 Bezug des in unmittelbarer Nähe zur Unternehmenszentrale entstandenen neuen Gebäudes der B&F Wien. Neue Heimat für den Betriebsdienst der Bestattung Wien, sowie der neue Standort der Sarglogistik Wien
Im Herbst 2014 eröffnete das Bestattungsmuseum am Wiener Zentralfriedhof, gelegen unter der Halle 2, seine Pforten für BesucherInnen und Besucher