Bestattung Wien übernimmt Kulturpatenschaft

Malanggan-Tanzmaske_Kulturpatenschafts-Objekt Weltmuseum Wien ©Bestattung Wien/Weltmuseum WienZoom

Patenschaftsobjekt: Malanggan Maske vom Weltmuseum Wien

Die Bestattung Wien übernimmt eine Kulturpatenschaft und fördert so das Weltmuseum Wien, früher Museum für Völkerkunde. Als Kulturpatron übernimmt die Bestattung Wien dabei die kulturelle Verantwortung für ein ganz spezielles Patenschafts-Objekt: Eine Malanggan-Tanzmaske aus der Südsee. Mag. Jürgen Sild (Geschäftsführer der Bestattung Wien) und Museumsdirektor Dr. Steven Engelsman besichtigten im Weltmuseum gemeinsam das wertvolle und geschichtsträchtige Objekt und das Kulturpatronat wurde feierlich „besiegelt“.

Der deutsche Naturforscher, Ethnographen und Museumskurator Otto Finsch (1839‑1917) erwarb die Maske während seiner zweiten Forschungs-expedition in die Südsee (1882‑1884) im Dorf Akol auf der Insel Nusa (Nordost Neuirland, Bismarck Archipel, Papua Neuguinea). Sie gehört zu einer zum Malanggan‑Zyklus Neuirlands gehörenden Tanzmaske (tatanua) mit "Kopf"‑ oder "Ohrflügeln", die im oberen Drittel mit Sonnensymbolen dekoriert ist.

Die Maske wurde aus dem lindenartigen Holz der Alstonia villosa geschnitzt. Das Maskengesicht zeigt Pflanzenmotive und Federdarstellungen und ist mit Naturfarben (Kalk, Ocker, Ruß) bemalt. Die Gestaltung der Nase weist Vogelmotive auf. Die Augen sind mit den Verschlussdeckeln der Meeresschnecke Turbo petholatus ausgelegt.

Wir sind dem Weltmuseum dankbar für die Möglichkeit,  Pate eines so prachtvollen Stückes werden zu können und freuen uns, das Museum dadurch in seiner wichtigen Aufgabe unterstützen zu können.“ so Mag. Jürgen Sild, Geschäftsführer der Bestattung Wien.

Die Geschichte der Malanggan-Tanzmaske
Malanggan (wörtl. "Bild", "Kennzeichen") ist der Begriff für die bis heute in Neuirland jährlich von Ende Mai bis Anfang Juli stattfindenden Totenerinnerungsfeiern zum Gedächtnis der Verstorbenen. Die in Ajour‑Technik hergestellten Werke wurden gegen Bezahlung von den Hinterbliebenen in Auftrag gegeben. Die Schnitzer (mata totok) reproduzierten im Geheimen und unter strengen Tabu‑Vorschriften. Beim Anlegen der Maske und des entsprechenden Bast‑ und Blättermantels verwandelt sich der Träger in einen Ahnengeist, welcher bei den Dorfmitgliedern bei Rundgängen Nahrungsmittel und Muschelgeld für das kostspielige Malanggan‑Fest einsammelte. Am Ende der Erinnerungsfeste wurden die Masken zerstört, zum Verrotten in den Busch geworfen oder verbrannt.

Das Weltmuseum
Besitzt international einzigartige Kulturschätze aus allen fünf Kontinenten. Es ist eines der bedeutendsten ethnologischen Museen der Welt und umfasst Sammlungen von ethnografischen Objekten, historischen Fotografien und Büchern zu außereuropäischen Kulturen. Seine Ursprünge reichen in das Jahr 1806 zurück. Das ehemalige Museum für Völkerkunde wird bis Herbst 2017 umgebaut und ist daher geschlossen. In den kommenden Jahren wird es von Grund auf neu konzipiert und ein Haus mit internationaler Strahlkraft entsteht. Das Herzstück des neuen Museums wird die von Grund auf neu konzipierte Schausammlung sein. In 14 Sälen, die sich wie eine Perlenkette von Geschichten aneinanderreihen, werden die zentralen Bestände gezeigt und aus zeitgemäßer Sicht interpretiert. Man kann sich auf ein neues Weltmuseum Wien für die Weltstadt Wien freuen.

Weitere Informationen zur Übernahme einer Kulturpatenschaft  bzw. zum Museum selbst erfahren Sie unter www.weltmuseumwien.at