Abschied von Herbert "Happi" Prikopa


Komödiant und TV-Liebling Herbert Prikopa verstarb am 8. Dezember 2015 nach langer schwerer Krankheit in Wien. Als Sänger, Schauspieler, Kabarettist, Komponist und Moderator konnte sich der Wiener eine beträchtliche Anhängerschar aufbauen. Am 30. November hatte er seinen 80. Geburtstag gefeiert.

Österreichweit bekannt wurde der Schauspieler, Musiker und Kabarettist mit der Nachmittagssendung "Auch Spaß muss sein", die er viele Jahre lang im ORF moderierte. Prikopa wurde mit seinen launigen Kommentaren zu Sketches von Stan & Ollie und anderen zum lustigen Fernsehonkel der Nation. Sein musikalisches Können stellte er auch dort am Klavier unter Beweis.

Friedhöfe WienZoom

 

Herbert Prikopa wurde am 30. November 1935 in Wien geboren. Nach einem Studium in Harmonielehre, Komposition und Dirigieren trat er 1955 ein Engagement als Korrepetitor an der Volksoper an.

 

Daneben war er an der Wiener Kammeroper, am Theater in der Josefstadt und als Kabarettist in Gerhard Bronners „Brettl vorm Klavier“ engagiert. In der Volksoper war er ab 1957 als Solosänger tätig und spielte hier mehr als 90 Hauptrollen. Seit 1987 war er Ehrenmitglied der Volksoper. Im ORF war Prikopa als Moderator der Fernsehsendung „Auch Spaß muss sein“ sowie als langjähriger Gestalter und Moderator der Ö1-Kabarettsendung „Guglhupf“ aktiv. Als Dirigent wirkte er u.a. in London, Berlin, Kapstadt und Mörbisch. Er war Gründer und Dirigent der langjährigen Konzertreihe "Für Kinder und Kenner". Als Komponist vertonte er u.a. für die Wiener Festwochen Wilhelm Buschs "Max und Moritz".

Die Trauerfeier fand am 7. Jänner 2016 am Wiener Zentralfriedhof statt und wurde von den Donauschrammeln musikalisch gestaltet. Unter seinem Foto lagen seine Auszeichnungen, darunter das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Prikopas musikalisches Talent wurde während der Trauerfeier durch sein Lied „Wenn der Herrgott net will…“, das nach der Segnung eingespielt wurde, gewürdigt.

Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat Barbara Novak überbrachte in einer kurzen Ansprache die Wertschätzung der Stadt Wien: „Sein schöpferisches Wirken wird Wien noch lange begleiten“.

Den Nachruf sprach Marcus Zbonek, ein persönlicher Freund der Familie. Marcus Zbonek lernte „Happi“ bereits als Kind kennen.  Während  dieser Zeit verzauberte Prikopa ihn und seinen Bruder mit seinen Zauberkünsten. „Welches Kind hat denn schon die Ehre einen echten Zauberer zu Besuch zu bekommen.“ In seiner sehr persönlichen Rede ehrt Zbonek nicht nur den Künstler Prikopa, sondern auch den Menschen: „Happi, mit dir geht nicht nur einer der letzten leuchtenden Sterne der Operette, sondern auch ein besonderer Mensch, den ich kennen lernen durfte.“

Herbert Prikopa wird seine letzte Ruhestätte in einem ehrenhalber von der Stadt Wien gewidmetem Grab am Wiener Zentralfriedhof finden.