Hilde Zadek


Hilde Zadek verstarb am 21. Februar 2019 im Alter von 101 Jahren in Karlsruhe, Deutschland. Sie hat zu den großen Sopranistinnen des 20. Jahrhunderts gehört und war jahrzehntelang künstlerisch und pädagogisch tätig.

Am 27. März 2019 fand die bewegende Trauerfeier auf der Prunkstiege der Wiener Staatsoper statt. Unter den Trauergästen und TrauerrednerInnen fanden sich Staatsoperndirektor Dominique Meyer, Kammersängerin Adrianne Pieczonka und Kammersängerin Christa Ludwig. Im Anschluss an die öffentliche Trauerfeier fand die Beisetzung der Urne im engsten Familienkreis am Wiener Zentralfriedhof statt. Dort wurde Hilde Zadek ein Ehrengrab der Stadt Wien gewidmet.

Nachruf
Als künstlerische Heimat von Hilde Zadek galt die Wiener Staatsoper. Hilde Zadek stand in 39 Rollen geschlagene 786-mal auf der Bühne der Staatsoper. Die jüdischstämmige Hilde Zadek wurde am 15. Dezember 1917 im heute polnischen Bromberg geboren und wuchs in Stettin auf. Sie musste 1935 nach Palästina emigrieren. In Jerusalem verdiente sie als Säuglingsschwester und Verkäuferin von Kinderschuhen im Geschäft ihrer Familie, das Geld für ihr späteres Gesangstudium. Nach dem Kriegsende studierte Zadek mit Stipendium am Zürcher Konservatorium. Zu ihren Hochleistungen zählten auch Verdis Aida, aber auch die Leonore aus Beethovens „Fidelio“ und die Donna Anna aus Mozarts „Don Giovanni“. Sie sang aber auch in Uraufführungen, so etwa bei den Salzburger Festspielen in Carl Orffs „Antigonae“. Zadeks Repertoire, das alle großen Strauss-, Verdi- und Mozart-Rollen beinhaltete, umfasste rund 60 Partien. 1971 zog sich das Ehrenmitglied des Hauses am Ring dann von der Bühne zurück und war seitdem in den USA, Österreich und nicht zuletzt in Israel als Lehrerin engagiert.