Kardinal Königs letzter Weg

13 Kardinäle und 60 Bischöfe, Hunderte Priester und Ordensleute sowie tausende Gläubige verabschiedeten sich am 26. und 27. März 2004 von Kardinal Franz König. Die Bestattung Wien - drei Dutzend ihrer Mitarbeiter waren im Einsatz - zeichnete sich für die Aufbahrung im Stephansdom verantwortlich und setzte den Gottesmann im Anschluss an das Requiem in der Bischofsgruft des Stephansdoms bei.

Offene Aufbahrung im Kupfersarg
Kardinal König wurde von Freitag, den 26. März, 9 Uhr, bis zum nächsten Tag um 11 Uhr offen im Dom aufgebahrt. Dazu war sein Leichnam thanatopraktisch behandelt worden, was eine Konservierung für mehrere Wochen garantiert. Der aufgebahrte Kardinal trug Pontifikalkleidung und hielt den Bischofsstab in der Hand. Der patinierte Kupfersarg war eine Einzelanfertigung der Sargerzeugung Atzgersdorf, eines Tochterunternehmens der Bestattung Wien. Von der Bestattung Wien kamen auch die so genannten Engelsleuchter, Nachbildungen von um 1900 verwendeten Kerzenleuchtern, die zu beiden Seiten des Sarges platziert waren.

Kardinal Josef Ratzinger zelebrierte das Requiem
Am Samstag, den 27. März, begann um 13 Uhr das Requiem. Für fünf Minuten läuteten alle Wiener Kirchenglocken zum Gedenken an den Verstorbenen, der die Erzdiözese Wien von 1956 bis 1985 geleitet hatte und auch international höchstes Ansehen genoss. Die Totenmesse zelebrierte Kardinal Josef Ratzinger. Kardinal Christoph Schönborn predigte, Bundespräsident Thomas Klestil hielt die Ansprache, ein Ensemble der Wiener Philharmoniker spielte.

Nach der Messe wurde der Sarg mit den sterblichen Überresten Kardinal Königs durch das Primtor des Doms auf den Stephansplatz getragen und kehrte durch das Adlertor ins Gotteshaus zurück. Die Trauerlampions, die die Geistlichen beim Umzug in Händen hielten, stammten gleichfalls von der Bestattung Wien. Im Anschluss an das Requiem wurde Kardinal König in der Bischofsgruft des Stephansdoms beigesetzt. Zum Begräbnis wurde ihm die Mitra, also die Bischofsmütze, auf die Brust gelegt.