Sozialbestattung in Wien

Der Verlust eines geliebten Menschen ist immer eine schwierige Erfahrung. Noch belastender kann es werden, wenn die finanziellen Mittel für eine angemessene Beisetzung fehlen. In solchen Fällen bietet die Sozialbestattung eine wichtige Unterstützung, um trotz geringer finanzieller Mittel einen würdevollen Abschied zu ermöglichen.

Was ist eine Sozialbestattung?

Eine Sozialbestattung, früher bekannt als Armenbestattung, ist eine von der öffentlichen Hand finanzierte Beisetzung für Verstorbene, deren Angehörige nicht in der Lage sind, die Kosten selbst zu tragen. Diese Bestattungsform stellt sicher, dass jeder Mensch, unabhängig von seiner finanziellen Situation, eine respektvolle und würdevolle Beisetzung erhält.

Voraussetzungen und Anspruch

Um eine Sozialbestattung zu beantragen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. In der Regel haben die nächsten Angehörigen, die die Bestattungskosten nicht tragen können, Anspruch auf Unterstützung. Hierzu muss beim zuständigen Sozialamt ein Antrag gestellt werden, wobei Einkommens- und Vermögensnachweise vorgelegt werden müssen. Das Sozialamt prüft dann, ob die Angehörigen tatsächlich nicht in der Lage sind, die Kosten zu übernehmen. Es kann aber auch vorkommen, dass die verstorbene Person weder Angehörige hat noch könne diese ermittelt werden. Auch hier besteht Anspruch auf eine Sozialbestattung.

Ablauf und Organisation

Zuständig ist der Gesundheitsdienst der Stadt Wien (MA 15), der ein Bestattungsunternehmen mit der Durchführung der Beisetzung beauftragt. Bei Sozialbestattungen in Wien handelt es sich grundsätzlich um Erdbestattungen; die Art der Bestattung kann von den Angehörigen in der Regel nicht gewählt werden. Eine Feuerbestattung oder Beisetzung der Urne ist nur in Ausnahmefällen möglich, etwa wenn die Urne bereits mindestens sechs Monate in der Feuerhalle oder im Krematorium aufbewahrt wurde.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten für eine Sozialbestattung in Wien werden grundsätzlich von der öffentlichen Hand übernommen. Vorab wird jedoch geprüft, ob Mittel aus der Verlassenschaft vorhanden sind, die zur Deckung der Bestattungskosten herangezogen werden können. Die Leistungen umfassen die grundlegenden Abläufe wie Abholung des Verstorbenen, einfache Aufbahrung, den Sarg und die Erdbestattung. Individuelle Wünsche sind nur sehr eingeschränkt möglich: Blumenschmuck kann ergänzt werden, andere Extras wie eigene Redner, Musik oder besondere Trauerfeiern sind bei Sozialbestattungen nicht vorgesehen.

Würdiger Abschied trotz finanzieller Einschränkungen

Auch wenn eine Sozialbestattung kostengünstiger gestaltet ist, bedeutet dies nicht, dass sie weniger würdevoll ist. Bestattungsunternehmen sind bestrebt, den Verstorbenen und ihren Angehörigen einen respektvollen Abschied zu ermöglichen. 

Fazit

Die Sozialbestattung bietet eine wichtige Unterstützung für Menschen in finanzieller Not, um sicherzustellen, dass jeder Verstorbene eine würdige Beisetzung erhält. Durch die enge Zusammenarbeit von Sozialamt und Bestattungsunternehmen wird auch in schwierigen finanziellen Situationen ein respektvoller und angemessener Abschied ermöglicht.